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O´nyong-nyong-Fieber

Beim O´nyong-nyong-Fieber, verursacht durch das gleichnamige Virus, handelt es sich um eine durch Stechmücken übertragene Infektion. Das RNA-Virus gehört zur Familie der Togaviridae, Genus Alphavirus. Es ist antigenetisch eng mit dem Chikungunya-Virus verwandt.

Das Virus wurde erstmals Ende der 1950er Jahre in Uganda nachgewiesen. Seither kam es wiederholt zu größeren Epidemien in den ostafrikanischen Ländern Kenya, Tanzania und Uganda. Da es während der Ausbrüche üblicherweise zu einer hohen Durchseuchung der Bevölkerung von bis zu 80% kommt, lässt sich das Virus zwischen epidemischen Intervallen meist nicht nachweisen. Das tierische Reservoir ist nicht bekannt. Auch ist unklar, in welcher Tierspezies das Virus zwischen Ausbrüchen persistiert.

Zwischen Epidemien können oftmals 10 bis 20 Jahre liegen. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken der Gattung Anopheles. Aufgrund epidemiologischer Untersuchungen muss davon ausgegangen werden, dass das Virus in weiten Teilen Afrikas endemisch vorkommt.

Wenige Tage nach dem Mückenstich kommt es zu abrupt auftretendem, zum Teil hohem Fieber. Daneben bestehen Kopfschmerzen, eine Lymphadenitis sowie ein generalisiertes, makulöses Exanthem. Diese Symptome klingen in der Regel innerhalb von 2 Wochen wieder ab.

Charakteristisch sind die ausgeprägten, symmetrischen Polyarthralgien, die oftmals über mehrere Wochen bestehen können. Gelenkschäden sind jedoch in der Folge nicht zu erwarten. Über Infektionen bei Urlaubern wurde auch bei früheren Ausbrüchen berichtet. Da der aktuelle Ausbruch die Touristenregionen an Kenyas Küste betrifft, muss mit importierten Infektionen bei Urlaubern in den nächsten Wochen gerechnet werden.

Insbesondere bei hochfieberhaften Erkrankungen mit Gelenkbeteiligung sollte differentialdiagnostisch an O´nyong-nyong-Fieber gedacht werden. Da diese Infektion im hausärztlichen Bereich wenig bekannt sein dürfte, muss davon ausgegangen werden, dass nur wenige Fälle diagnostiziert werden.

Die Diagnose des O´nyong-nyong-Fieber lässt sich zunächst aufgrund der Reiseanamnese (Kenya) vermuten. Für die spezifische Diagnostik stehen Alphavirus-Antikörpertests in spezialisierten Labors zur Verfügung. Die Therapie erfolgt symptomatisch. Durch nicht-steroidale Antiphlogistika lassen sich die Gelenkschmerzen positiv beeinflussen.

Eine Impfung steht nicht zur Verfügung. Beste Vorsorgemaßnahme ist ein konsequent durchgeführter Schutz vor Mückenstichen. Hierfür stehen diverse Repellentien sowie Moskitonetz zur Verfügung.

Text: Prof. Dr. Tino F. Schwarz, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, Medizinischer Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Würzburg

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