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Costa Rica Dschungelcamp

DSCHUNGELCAMP XX - Ausgangspunkt für Expeditionslogistik, Forschungsreisen und wissenschaftliche Exkursionen in Costa Rica, Panama und Nicaragua

Reiterexpedition-Termine in Costa Rica 2008
Reiterexpeditionen von der Karibik zum Pazifik

Costa Rica Dschungelcamp
expeditionen.de Costa Rica Camp

Das expeditionen.de Camp in Costa Rica/ La Garita, Tel. 00506/8761718

Willkommen im expeditionen.de - Camp in Costa Rica. Unsere Station liegt sehr zentral im idyllisch gelegenen La Garita, inmitten des Central Valley, gegenüber von der Business School. Zur Panamericana sind es nur 2 km, und den internationalen Flughafen SJO erreicht man in 20 Minuten (ohne Rush Hour). In mitten einer 30.000 m2 grossen Parkanlage mit Swimming-Pool befindet ein kompfortables Gästehaus, u.a. mit Highspeed Wireless Internet.

Von hier aus bieten wir eine Allround-Organisation von wissenschaftlichen Exkursionen, Forschungsreisen, Unternehmungen mit Expeditionscharakter sowie Offroad-Individualreisen in Costa Rica (auch Panama und Nicaragua).

Dazu gehört auch die Buchung von Transkontinentalflügen mit sicheren Fluglinien (nach den neuesten Rankings) und den Bootscharter auszuhandeln, übrigens ohne Immigration-Transfer in den USA. Eine Spezialität ist die Durchführung von lokalen Ausritten und mehrtägigen Wanderritten bis zu Atlantik-Pazifik Querungen mit fachlicher Begleitung durch den Regenwald.

Der Grüne Leguan - ein Symbol in Costa Rica

Costa Rica

Costa Rica ist ein kleiner Staat mit 51.000 Quadratkilometer in Zentralamerika. Er liegt zwischen Nicaragua – nördlich -  und Panama im Süden. Die Atlantikkueste ist östlich und die westliche Grenze ist der Pazifik. Derzeit hat Costa Rica 4 Millionen Einwohner. Ein Drittel der Costaricaner – Ticos wie sie sich selber nennen - wohnt im Zentraltal, in der Umgebung der  Hauptstadt San José.

In Wirklichkeit ist San José keine schöne, aber eine pulsierende, kommerzielle Stadt, wo ab und zu Reste der neoklassizistischen Architektur der frühen Kaffeeindustrie des 19. Jahrhunderts anzutreffen sind. Ohne militärische Ausgaben, fokussieren sich die staatlichen Investitionen auf soziale  Leistungen. Circa 10% des Bruttosozialproduktes fließen in den Aufbau des Gesundheitswesens. 

Obwohl Costa Rica als die "Schweiz von Mittelamerika" bezeichnet wird, befindet sich die Infrastruktur noch in dem  Zustand eines Schwellenlandes. Die Landstraßen sind teilweise abenteuerlich und mit tiefen Schlaglöchern versehen. In abgelegenen Gebieten, sind einige Häuser noch ohne Strom oder Leitungswasser. Aber die wunderschöne Natur (allein 27% der Landesfläche stehen unter Naturschutz), ist ein vollkommener Ausgleich.

Unser Dschungel-Camp als Ausgangspunkt für Expeditionslogistik, Forschungsreisen und wissenschaftliche Exkursionen in Costa Rica
Unser Camp an der Panamericana als Ausgangspunkt für Expeditionslogistik, Forschungsreisen und wissenschaftliche Exkursionen in Costa Rica
expeditionen.de Costa Rica Team
Jedes Expeditionsvorhaben in Costa Rica wird mit persönlichem Engagement individuell entsprechend den Wünschen und Vorstellungen des Auftraggebers betreut. Uns ist nichts zu gross.

Uns ist keine Sache zu groß...

Jedes Expeditionsvorhaben in Costa Rica wird mit persönlichem Engagement individuell entsprechend den Wünschen und Vorstellungen des Auftraggebers betreut. Leistungsfähigkeit unter schwierigen Rahmenbedingungen sowie eine hohe Flexibilität gewährleisten, auch komplexe Projekte technisch und fachlich souverän durchführen zu können.

Expedition - Warming Challenge Trophy 2007

Service: Medizinische Tipps für Extrem-Touristen in Costa Rica

Text: Matthias Bastigkeit, Fachdozent für Pharmakologie

Viele Reiseveranstalter und Expeditionsanbieter sind allerdings schlichtweg überfordert hinsichtlich der reisemedzinischen Vorsorge wie erforderliche Impfungen und Prophylaxemaßnahmen. Damit Expeditionen nicht zum Gesundheitsdisaster geraten, sollten Reisende Erste-Hilfe-Material und Medikamente mitnehmen.

Je abgelegener das Reiseziel, umso intensiver muss über eine sinnvolle Reiseapotheke nachgedacht werden. Arzt und Apotheker kann man in den Tropen selten befragen. Meist ist der Reisende auf sich allein gestellt und somit sein eigener "Urwalddoktor".  Zu den Hauptgefahren der Wildnis Costa Ricas gehören Schlangen, Einzeller, Durchfallerreger und Stech-Insekten.

Nutzloser Schlangen-Schnickschnack!

Nutzloser Schlangen-Schnickschnack (Quelle: R.Rebmann, gifte.de)

Schlangenbiss – weniger ist mehr

In Costa Rica leben 15 Schlangenarten, deren Bisse für den Menschen tödlich sein können. Besonders gefährlich sind die Lanzenotter und die stumme Klapperschlange. Sie erzeugen außerordentlich viel Gift das zudem extrem stark wirksam ist. Die bekanntesten nicht tödlichen Schlangen Costa Ricas sind die Korallenotter, die Mica, die Abgottschlange (Boa), die Sabanera real, die Zopilota und die Lora falsa.

Die Lanzenotter (Bothriechis schlegelii; Eyelash Viper - also called Palm viper; Toboba de Pestaña) ist für 90% aller durch Schlangenbisse verursachten Todesfälle in Costa Rica verantwortlich. Auch Schlangen ohne Giftdrüsen können dem Menschen gefährlich werden. Sie sind meist Wirt für zahlreiche Bakterien und ein Biss kann zu Infektionen oder Tetanus führen.

Die Lanzenotter - Bothriechis schlegelii - Eyelash Viper - also called Palm viper; Toboba de Pestaña - ist für 90% aller durch Schlangenbisse verursachten Todesfälle in Costa Rica verantwortlich (Grafik: Deutscher Infografikdienst)

Die Symptomatik eines Schlangenbisses hängt von der Zusammensetzung des Giftes, der Giftmenge, dem Bissort und dessen Durchblutung ab. Gelegentlich ist nur eine Einstichstelle oder Kratzwunde sichtbar. Bei Zellgiften sind aufgrund der schnell eintretenden Umgebungsschwellung Bissmarken nur schwer oder gar nicht mehr sichtbar. Einige Giftwirkungen können noch nach Stunden auftreten, deshalb muss der Patient mindestens zwei Tage engmaschig in der Klinik überwacht werden.

Schlangenbiss-Set

Es ist unnötig eines der im Handel erhältlichen Schlangenbiss-Sets anzuwenden, welche die Wunde unter Vakuum oder Strom setzt (Quelle: R.Rebmann, gifte.de)

Jeder Schlangenbiss sollte als Biss einer Giftschlange gewertet werden. Die Therapie besteht eher im Weglassen als im Durchführen von Maßnahmen. Am wichtigsten ist die Beruhigung des meist sehr agitierten Patienten. Bei Abwehrbissen setzen Schlangen nicht gleich ihren gesamten Giftvorrat ein. Der Gebissene hat nach einem Biss mindestens fünf Stunden Zeit. Todesfälle innerhalb dieser Zeitspanne sind seltene Ausnahmen. Durch Aufregung erfolgt Beschleunigung aller Kreislaufparameter und führt damit zu schnellerer Verteilung der Toxine. Der Transport in die Klinik muss liegend erfolgen. Die betroffene Körperregion wird ruhig gestellt oder geschient.

Wichtig: Schmuck, wie Ringe oder Armreifen, sollten wegen der eventuellen Entwicklung von Ödemen entfernt werden. Sehr wichtig ist die Identifizierung der Schlange, die meist nur über einen geschulten Biologen aus einem Zoo oder Tierpark erfolgen kann. Zur Wundbehandlung ist eine oberflächliche Reinigung und ein steriler Wundverband ausreichend. Manipulationen an der Wunde sollten unterlassen werden. Das verletzte Körperglied sollte tief lagern. So verhindern Sie, dass sich das Gift im Körper ausbreitet. Bei vielen Schlangenarten ist die "pressure/ immobilization-technique" aus Australien anzuwenden. Diese Kompressions-Immobilisations-Technik verzögert den Abtransport von Giften.

An der gesamten vom Biss betroffenen Extremität wird mit einer breiten elastischen Binde ein Kompressionsverband angelegt. Anschließend erfolgt die Immobilisation. Der durch den Verband ausgeübte Kompressionsdruck soll etwa dem Bindenzug beim Wickeln eines Knöchels entsprechen Da beim Lösen das Gift in den Körper eingeschwemmt wird, darf der Kompressionsverband erst gelöst werden, wenn die weitere Notfallversorgung gesichert ist. Die Anwendung eines Antiserums erfolgt ggf. in der Klinik.

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Costa Rica Regenwald

Nicht saugen, binden, kühlen oder heizen

Die meisten Erste-Hilfe-Tipps, die in Expeditionsfilmen gezeigt oder dem Laien empirisch überliefert werden, sind falsch oder gar gefährlich:

Aussaugen: Vollkommen sinnlos! Schlangen enthalten in ihren Toxinen Substanzen, die eine schnelle Verteilung des Giftes bewirken, somit ist der Saugeffekt sinnlos. Außerdem kann oral aufgenommenes Gift zusätzlich zu einer Vergiftung führen.

Abbinden: Abbinden verursacht eine vollständige Unterbrechung der Blutversorgung. So besteht eine Mangelversorgung und eine schlechtere Prognose für den betroffenen Körperteil. Bei den Giften der Vipern und Grubenottern wird die toxische Wirkung sogar noch verstärkt. Außerdem schwemmt das Gift nach dem Lösen massiv in den Körper.

Einschneiden: Durch die Schnitte entsteht eine größere Möglichkeit von Blutungen, hämorrhagische Nekrosen können sich besser ausbreiten. Zusätzlich werden bei den Schnitten meist Sehnen, Muskeln und Nerven durchtrennt und durch die großen Wunden Infektionen ausgelöst.

Kühlen: Starkes Kühlen der Bissstelle, beispielsweise mit Eisspray, ist nicht sinnvoll. Neben einer Minderversorgung des Gewebes kann es zu Erfrierungen kommen. Nach dem Kälteeffekt wird außerdem die Haut stärker durchblutet.

Elektroschocks: Die vor einiger Zeit empfohlene Maßnahme ist obsolet. Sie hat keinerlei Einfluss auf den Vergiftungsverlauf. Strom hat im Gegenteil negative Auswirkungen auf die Wunde.

Amputationen: Amputationen von Fingern oder Zehen werden in verschiedenen Büchern als ultima ratio dargestellt. Diese Maßnahme ist absolut kontraindiziert.

Aus den vorstehenden Gründen ist es unnötig eines der im Handel erhältlichen Schlangenbiss-Sets, welche die Wunde unter Vakuum oder Strom setzt, anzuwenden.

Durchfall, Algen und Einzeller

Ruhramöben sind einzellige, mikroskopische Lebewesen, die ein Krankheitsbild mit schleimigen Durchfällen und heftigen Magen-Darm-Krämpfen verursachen. Die Dickdarmschleimhaut entzündet sich und im Kot ist oft Blut erkennbar. Infektionsquellen sind u.a. Nahrungsmittel und Trinkwasser. Fliegen übertragen die Ruhramöben auf Nahrungsmittel. Die gefährlichste Komplikation ist ein Amöben-Leberabszess. Die Infektion sollte durch einen Arzt therapiert werden.

Problem durch Wanzen

Auch durch Wanzen droht Gefahr

Im Frühling kann es außerdem zu einer Vermehrung von Rotalgen kommen. Der Verzehr von Meerestieren kann zu dieser Zeit zu Vergiftungserscheinungen führen. Es wird darum dringend abgeraten, Fisch und Schalentiere zu verzehren.

Auch durch Wanzen droht Gefahr

Erkrankung durch Einzeller, so genannte Tryanosomen, verlaufen zunächst unbemerkt. Die Übertragung erfolgt durch Raubwanzen, die in rissigen Wänden und Dächern von primitiven Häusern leben.

Nachts saugen sie Blut und infizieren so den Betroffenen. Nach 1 bis 4 Wochen entwickelt sich an der Stichstelle oder im Gesicht eine Schwellung mit Beteiligung der örtlichen Lymphknoten. Später kommt es zu Fieber und Allgemeinerscheinungen. Unbehandelt verläuft die Infektion chronisch und kann zu schweren Schäden am Herzen und am Magen-Darmtrakt führen.

Blutungen und Wunden

Ein Urlaub in der Wildnis ist kein Kindergeburtstag. Kleine Blessuren sind fast an der Tagesordnung. Bei blutenden Wunden ist ein Stufen-Konzept sinnvoll.

1. Lagern Sie im Fall von Extremitätenverletzungen das betroffene Körperteil hoch.

2. Falls diese Maßnahme nicht zu einer Blutstillung führt, sollte wenn möglich die zuführende Schlagader abgedrückt werden. Sie befindet sich an der Innenseite des Oberarms bzw. des Oberschenkels unterhalb des Leistenbandes. Befindet sich die Verletzung im Kopf- oder Rumpfbereich, wird direkt auf die Wunde keimfreies Material gedrückt.

3. Hilft Hochhalten und Abdrücken nicht, wird mit einer Kompresse und einer elastischen Binde oder einem Dreiecktuch ein Druckverband angelegt.

4. Abbinden ist nur für den absoluten Notfall und Extrembedingen sinnvoll, wenn o.g. Maßnahmen versagen. Hierzu muss mit möglichst breitem, nicht einschnürendem Material gearbeitet werden. Auf der Extremität sollte die Abbindezeit notiert werden. Alle ein bis zwei Stunden muss die Abbindung gelockert werden, sonst droht ein Gewebetod.

Costa Rica Mündung Pazifikküste

Reiseapotheke

Viele Arzneien, die hier nur auf Rezept erhältlich sind, können in den Apotheken Costa Ricas frei erworben werden. Die allgemeine ärztliche Versorgung in San José ist gut; in den ländlichen Regionen gibt es jedoch gelegentlich Engpässe, insbesondere bei der notärztlichen Versorgung. Die Notrufnummer lautet in Costa Rica 911.

Reiseapotheke Expeditionen in Costa Rica
richtige Ausrüstung auf Expeditionen

Landrover Offroad - die Ausrüstung muss stimmen

Folgendes Verbandmaterial ist sinnvoll:

Hydrofyl Wickel 400 cm x 6 cm, 4 Sterile Kompresse 5 cm x 5 cm, 2 sterile Kompressen 10 cm x 10 cm, 10 Alkoholtücher, Heftpflaster, 2 Wundschnellverbände, 3 Wundpflaster 6 cm x 10 cm, 5 Wundpflaster PE 9 mm x 38 mm, 5 Wundpflaster PE 19 mm x 72 mm, Schere, unzerbrechliches Thermometer, 5 Sicherheitsnadeln, Pinzette, Rettungsdecke, Einmalspritze 2 und 5 ml, Kanülen 0,4 x 20 mm, 6 Wegwerfnadeln 0,8 x 40 mm, Nadel/Faden 75 cm, Infusionsnadel, Skalpell, 5 Blutlanzette, 4 Haftstrips, sterile Handschuhe, 4 Einmalhandschuhe, Arzterklärung (evtl. wichtig für den Zoll).

Fertige, wettersichere Sets werden von zahlreichen Anbietern vertrieben. Das Gesamtgewicht sollte 600g nicht übersteigen. Für die Medikamente sollte eine Notwendigkeitserklärung vom Arzt ausgestellt werden, sie könnt für den Zoll notwendig sein. Vom Antidurchfallmittel Loperamid sollten keine Extremmengen mitgenommen werden. Der Zoll könnte den Reisenden für einen Drogenkurier halten der damit seinen Darm lahm legen möchte.

Costa Rica Expeditionsfahrzeuge Land Rover Landys

Fragen zu Touren in Costa Rica an Prof. Dr. Tino F. Schwarz, Gelbfieber-Impfstelle, Facharzt für Labormedizin, Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Würzburg

Tour 1 - Pauschaltourist fragt: Wie sieht es aus entlang des Pazifik-Badestrand, muss ich mit Mücken resp. durch mückenübertragende Infektionskrankheiten rechnen?

Generell besteht im ganzen Land das Risiko einer Dengue-Virusinfektion. Weiter in Costa Rica endemisch vorkommende Infektionen sind die kutane und viszerale Leishmaniose, Chagas und Filariose. Das Malaria-Risiko ist im wesentlichen auf die ländlichen Gebiete im Norden beschränkt. Eine medikamentöse Malaria-Chemoprophylaxe wird für den Reisenden nicht empfohlen. Generell sollte zur Vermeidung einer vektor-übertragenen Infektion ein konsequenter Schutz vor Mückenstichen mittels Repellenzien und adäquater Kleidung durchgeführt werden.

Tour 2 - Pilot einer Airline fragt: Wir müssen 2 Tage in San José Quartier (bzw. im Central Valley) nehmen, und fliegen dann mit einer Cessna weiter nahe der Pazifikküste nach Tamarindo (Guanacaste). Welche Vorkehrungen sollten wir treffen?

Auch hier besteht ein generelles Infektionsrisiko für die in ländlichen Gebieten endemischen vektor-übertragenen Infektionen. Auf einen konsequenten Schutz vor Mückenstichen sollte daher geachtet werden. Eine medikamentöse Malaria-Chemoprophylaxe wird nicht empfohlen.

Tour 3 - Individualtourist fragt: Wir planen eine Dschungeltour zu Kanu entlang des Grenzflusses Nicaragua/ Costa Rica Richtung Mosquitocoast (San Juan River), und zwar von Startpunkt nördliche Karibikküste an die zentrale Pazifikküste. Muss ich für diese Art von Reise besondere Vorkehrungsmaßnahmen treffen?

Für diese Reise wird insbesondere auf das Risiko von wasser-übertragenen Infektionen, wie insbesondere der Leptospirose hingewiesen. Empfehlenswert ist ferner eine Impfung gegen Hepatitis A, Typhus sowie Cholera. Da in dieser Region ein ganzjähriges Risiko für eine Malaria besteht, kann abhängig von der Dauer der Reise eine medikamentöse Chemoprophylaxe mit Chloroquin erwogen werden. Eine generelle Empfehlung für eine Malaria-Prophylaxe besteht jedoch nicht. Auch sollte auf einen konsequenten Schutz vor Mückenstichen zur Vermeidung auch anderer durch Vektoren übertragener Infektionen geachtet werden. Auch eine Impfung gegen Tollwut ist empfehlenswert.

Nachtleben in Costa Rica

Vom 14.September 2007 bis 2.Oktober 2007 lief unsere "Warming-Challenge" Trophy quer durch Costa Rica, von der Karibik an den Pazifik. Hier unser Tagebuch - vom Timo und Karsten:

Anreise 14./15.09.2007

Nach einem entspannten Emirates-Flug von Hamburg nach New York begann der erste chaotische Teil der Reise. Mit dem Vorhaben, an einem der größten Flughäfen der USA, sein Gepäck einzuschließen wurden wir vor eine ganz neu Herausforderung gestellt. Nach einem kurzen Besuch des Broadways verbrachten dann eine etwas spartanische Nacht auf einem Rucksacklager bis wir endlich um 3:00 Uhr unsere Gepäcke für unseren Anschlussflug nach San Jose einchecken konnten.

1. Tag 15.09.2007

Ankunft in San José

Am Flughafen wurden wir mit einheimischer Folklore begrüßt - es war nämlich Unabhängigkeitstag in Costa Rica. Unser arrangierter Shuttle Service erwartete uns und brachte uns zum Hotel. Endlich waren eine warme Dusche und ein kaltes Bier nicht mehr weit. Nach einer kurzen Verbindungsaufnahme mit unserm Autovermieter und den Daheimgebliebenen, folgte nur noch ein Essen und es war Zeit den versäumten Schlaf nachzuholen.

2. Tag 16.09.07 San José

Der 2. Tag war geprägt von unserer Fahrzeugübernahme, organisatorischen Einkäufen und der Akklimatisierung an den costaricanischen Straßenverkehr, welcher einem europäischen Autofahrer in der Anfangsphase mindestens 2 Jahre seines Lebens kostet. Nach einigen Problemen mit unserer drahtlosen Internet-Konfiguration, als Basisvorausvoraussetzung für die folgende Erkundungs-Live-Übertragung, konnte die erforderliche Datenübermittlung erfolgreich aufgenommen werden.

Costa Rica Expedition - Landy-Team im Expeditionscamp

3. Tag 17.09.07 San José

Um die Tourplanung professionell gerecht zu werden machten wir uns auf den Weg zum Geographischen Institut von San Jose um Kartenmaterial zu organisieren. Nachdem wir über 30 Topographische Kartenblatter im Maßstab von 1:50000 als Expeditionskarten und 6 Kartenblätter im Maßstab von 1:200000 nur als Übersichtskarten kaufen wollten, änderte sich die leicht genervte Stimmung des Mitarbeiters in ein ausgedehntes Beratungsgespräch und angeregten Erfahrungsaustausch.

Um 16 Uhr wurden wir pünktlich (sehr außergewöhnlich für Lateinamerika!) zu unserem Meeting mit unserem Kooperationspartner Nature Rover abgeholt und zum Hauptsitz bzw. Standort unserer Landrover gefahren. Nach einem herzlichen Empfang der Geschäftsleitung, folgte eine ausführliche Einweisung in den Expeditions-Fahrzeugpark.


4. Tag 18.09.07 San José

Nach dem wir im arbeitsteiligem Vorgehen im Bezug auf Datenübertragung (Fotos) und weitern organisatorischen Maßnahmen erforderlichen Grundstein für die folgende Tour-Erkundung gelegt hatten, bestand die letzte Tätigkeit daraus, den Vergleich und die Verfügbarkeit der unserer vorab ausgewählten Hotels durchzuführen.

Costa Rica Offroad - Geländefahren Tour

5. Tag 19.09.07 Irazú/Turrialba

Im Zuge einer ausführlichen Anfahrtserkundung zu den Vulkanen, stolperten wir direkt vor dem Zufahrtstor des Vulkans Irazú auf unsere erste Offroad-Strecke. Diese anfängliche geteerte Piste erweißte sich schnell zu einem idealen Startgelände für unsere 4x4 Tracker. Laut unserer Karte hätte diese Strecke eine ideale Anbindung an unser nächstes Zwischenziel geboten, dies erwies sich aber nach einigen Kilometern als Finte. Ein einheimischer Farmer kam uns mit seinem Geländewagen entgegen und erklärte uns nach einem komplizierten Passiermanöver, dass diese Verbindung nicht existiert. Man könnte aber mit einer Schleife um den Berg herumfahren und aus dem Track wieder herausfahren. Mit der einbrechenden Dunkelheit und einem nur noch halb vollem Tank entschieden wir uns direkt zu drehen, da die Schleife außerhalb unseres Kartenbereiches lag. Wieder auf festem Boden angekommen und mit einer klaren Vorstellung der Leistungsgrenzen unseres 4x4 Trackers, setzten wir die Tour bei Dunkelheit und suppenartigem Nebel nach Turrialba fort.

6. Tag 20.09.07 Turrialba/Guayabo/Guácimo

Mit frischen Kräften starteten wir zur Kulturvisite und fuhren wieder in den Berg, um über einen ca. 10 km langen Track zum Nationalmonument Guayabo zu gelangen. Dort angekommen, erwartete uns unser englisch sprechender Guide, der uns 1½ Stunden lang  durch den Rundgang der 3500 Jahre alten präkolumbianischen Ausgrabungsstätte führte. Die Führung war wirklich beeindruckend und hat uns ein umfassendes Bild der Lebens- und Arbeitsweise der dort lebenden Hochkultur zu vermitteln. Während der Rückfahrt über den Track erlebten wir ein Naturschauspiel. Nur wenige Meter neben uns schlug ein, durch ein Trockengewitter hervorgerufener, Blitz in einen elektrischen Weidezaun ein. Nach dem ersten Schreck und der Erkenntnis, dass es sich nicht um einen Schuss handelte, setzten wir unsere Fahrt schwer beeindruckt weiter fort. Weiter fuhren wir auf einer sehr gut ausgebauten Straße Richtung Küste um dort zu übernachten und das erste Warming-Challenge Naturevent mit der Universität für Landwirtschaft der tropischen Feuchtregion zu organisieren.

Dschungelcamp Expedition - Warming Challenge Trophy 2007

7. Tag 21.09.07 Guácimo/Puerto Viejo

Als wir durch das Tor der Universität gefahren sind, erwartete uns erstmal ein 7 km langes Campusgelände, welches einen englischem Gartens ebenbürtig war. Als wir das Zentrum erreichten, wurden wir aufs herzlichste empfangen und durchs Campusgelände geführt. Nach dem kurzen geschäftlichen Teil, wurden uns einige Teile des Campus und der örtlichen Tätigkeitsfelder vorgestellt. Wieder wurde durch die freundliche Mithilfe unserer costaricanischen Gastgeber ein Teilstück erfolgreich in die Tour eingebaut. Somit machten wir uns auf den Weg an die Karibikküste, passierten die Hafenstadt Limon und erreichten unser nächstes Zwischenziel - Puerto Viejo.

8. Tag 22.09.07 Puerto Viejo

Die Karibikküste bietet uns ein ganz neues Klimabild von Costa Rica, da sich die Karibikküste von der normalen Klimasituation in der Regenzeit komplett abhebt. Es ist heiß und sonnig, aber der Regen bleibt aus. Wir machten unseren ersten Ausflug in den costaricanischen Tieflanddschungel und wurden schon auf den ersten Metern von einer Vielfalt an Flora und Fauna begrüßt, welche wir aus den mehrfachen Aufenthalten im südamerikanischen Dschungel so nicht kannten. Mit einer heißgelaufen Kamera verließen den Dschungel wieder und begaben uns an unser Laptop, um euch schnellstmöglich die erlangten Impressionen  nach Deutschland zu schicken.
 
9. Tag 23.09.07 Puerto Viejo

Nach der erfolgreichen Live-Übertragung nach Horstwalde/Deutschland, machten wir uns auf in das Indianer Reservat der BriBri um uns ein traditionelles Indianerhaus anzuschauen, wovon es in Costa Rica nur noch wenige zu besichten gibt. Nach einem Besuch des in der Nähe liegenden Krokodil-Teichs, setzten wir unseren geplanten Halbtages-Ausflug über eine organische Bananenplantage fort. Um die Tour abzurunden bestiegen wir ein Boot und führen flussabwärts zu einem Wasserfall, der eine wohltuende Erfrischung bot. Wieder beim Haus angekommen sollte uns zum Abschluss ein traditionelles Essen erwarten, bevor wir wieder zurückfuhren.

Land Rover Costa Rica Offroad

10. Tag 24.09.07  Bergtour nach Cartago

Diesen Morgen machten wir uns auf den Weg die Route durch die Cordillera nach Cartago zu erkunden. Nachdem wir uns durch die Bananenplantagen von "Dole" geschlagen haben, erreichten wir den Fluss den es zu überqueren galt. Gezogen von einem Trecker passierten wir den Fluss um die Abfahrt in die Berge zu suchen. Wir fanden die Route, der wir ca. 1,5 km mit unserem Auto folgen konnten. Dann wurde der Track für unser Fahrzeug definitiv unüberwindbar - wir stoppten und fragten die örtlichen Plantagenarbeiter wie dieser Weg weitergeht. Wir erhielten die Aussage, dass es eigentlich hier für Fahrzeuge nicht weitergeht und es sich um einen reinen Fußweg handelt. Nur mit unserem Geo Tracker  unterwegs, endete für uns hier leider die Strecke, da wir den Risikobogen mit nur einem Fahrzeug auch nicht überspannen durften. Unverrichteter Dinge, aber mit einer neuen Erkenntnis mussten wir umkehren um einen neuen Ansatz zu wählen.

11. Tag 25.09.07 Puerto Viejo-Cartago-San Isidro

Um wieder Zeit aufzuholen fuhren wir die Küstenstraße nach Limon und weiter nach Cartago, dem Endziel der Bergtour, weiter über die Panamericana in südlicher Richtung runter nach San Isidro um in San Gerado unseren abgesprochen Termin mit dem Reservat Cloudbridge wahrzunehmen. Dieser Tag war im Wesentlichen geprägt durch die 12stündige Autofahrt, mit all ihren landestypischen Eindrücken und Gegebenheiten. Die Straßenverhältnisse zeigten Unterschiede von gut ausgebaut und asphaltiert über Schlaglochsuchstrecke bis hin zu einer Piste auf, die ohne 4x4 Antrieb nicht zu bewältigen war. 

Sicherheitslage in Costa Rica:
In Bezug auf Sicherheit ist besonders der Raum San Jose zu beachten. Hier ist auf Grund des großen sozialen Spannungsfeldes zwischen Arm und Reich eine gewisse Vorsicht angebracht. Die Fahrzeuge sollten grundsätzlich auf bewachten Parkplätzen abgestellt und alle Wertsachen entnommen werden. Bestimmte Regionen sollten des Nachts nicht zu Fuß und schon gar nicht alleine und ohne ortskundige Begleitung durchquert werden. Je weiter man sich von der Hauptstadt entfernt, desto stärker entspannt sich Sicherheitslage. Von Ausnahmen einmal abgesehen, ist die Lage in den Bergdörfern ruhig, da man sich dort untereinander kennt. Streitigkeiten werden mangels Polizeipräsens in den Dörfern selber geregelt. Die allgemein bekannten Maßnahmen zur Umsicht und Vorsicht als Torrist in einem fremden Land sollte man in jedem Fall einhalten, sich aber nicht abschrecken lassen von einer Reise in dieses sehr interessante und sehenswerte Land.

Im Straßenverkehr sind Vorstellungen, welche von der Deutschen StVO geprägt sind, völlig fehl am Platze. Gemessen mit europäischen Verhältnissen, lassen sich vorsichtige Vergleiche mit dem Fahrverhalten in Italien unter erschwerten Bedingungen anstellen. Die volle Aufmerksamkeit des Fahrers ist gerade in der Anfangsphase unerlässlich, bis nach einem gewissen Übungsprozess die Routine einstellt. Abschießend kann man sagen, dass Costa Rica das sicherste Land in Zentralamerika ist.

Expeditionen Costa Rica Dschungelcamp
Off Road Expedition - Warming Challenge Trophy 2007

12. Tag 26.09.07 San Isidro/San Gerado

Über einen Trail erreicht man ca. nach einer halben Stunde das Reservat, ab dort geht es nur noch zu Fuß weiter. Man befindet sich direkt am Trail, der einen zum Gipfel des Chirripó führt (15 km Marsch; von 1.520m auf 3.380m). Das Reservat ist atemberaubend schön, durchschnitten wird der Süd- und Nordteil des Reservats durch den tosenden Fluss Chirripó, der sich beeindruckend über einige Wasserfälle ins Tal ergießt. Ebenso ist der Park eine Tummelstätte für zahlreiche Vogelarten, die man während der Wanderung nicht nur zwitschern hört sonder auch ganztägig bewundern kann. Für alle die vorhaben nach Costa Rica zu kommen und den Berg Chirripó zu besteigen oder nur den Nationalpark Chirripó zu besuchen - er ist im Oktober geschlossen, dies hat aber keine Auswirkung auf das Reservat Cloudbridge.

Nach dem wir den Gebirgszug in Richtung Pazifikküste runter gefahren sind, landeten wir im ersten Küstenort Domicilio und führen die gut ausgebaute Küstenstraße (ein Esel-Trail ist besser zu befahren!!!) hoch nach Matapalo um dort einzukehren.

13.Tag 27.09.07 Matapalo

Dort nutzten wir Zeit, um die Tourorganisation wieder zu ordnen und unsere Ergebnisse zu dokumentieren. Der herrliche Stand, welcher als der schönste der Pazifikküste gilt, entschädigt einen aber, wenn man nach getaner Arbeit in die lauwarme Brandung des Pazifiks eintauchen kann.

14. + 15. Tag Quepos/Manuel Antonio

Quepos als etwas größere Stadt an der Pazifikküste ist zwar keine Schönheit an sich, und hat auch keine erwähnenswerten Strände. Dafür liegt sie nur 6 km von Manuel Antonio, mit dem gleichnamigen Nationalpark, entfernt. Quepos ist dafür sehr touristisch und bietet auch gute Möglichkeiten zum weggehen.

Der Nationalpark Manuel Antonio beginnt direkt hinter einem sehr schönen Pazifikstrand, beinhaltet selbst zwei wunderschöne Buchten, an denen man zu dieser Zeit teilweise fast ungestört ist. Der Park selbst bietet eine Vielzahl an Tieren; wie Kapuzineräffchen, Faultieren, Nordam Waschbären, mittelamerikanische Agutis usw. Es ist ohne weiters möglich den Park alleine zu erkunden, da die Wege gut sichtbar sind und eine Beschilderung einen zu den interessantesten Stellen führt - ein verlaufen ist somit eigentlich kaum möglich. Wenn man sich auf den Wegen ruhig verhält begegnen einem die Tiere von ganz alleine.

Manuel Antonio hat ein absolut sehenswertes Restaurante, das um ein, in Nicaragua abgeschossenes, Flugzeugwrack herumgebaut worden ist. Dieses ehemalige CIA Flugzeug diente der Reagen-Administration zur Unterstützung der Contras in Nicaragua. Das Wrack wurde in Einzelteilen per Fähre und Transporter nach Costa Rica gebracht und teilweise mit einem Helikopter auf den Berg gebracht.

Expeditionen Costa Rica
Dschungelcamp Centroamerica - Off Road Expedition

16. Tag 30.09.07 Quepos/Parrita/Tácoles
Wir arbeiteten uns langsam die Pazifikküste wieder hoch, über den Wasserfall im Nationalpark Tácoles und der sich auf dem Weg befindenden Krokodilbrücke. Diese Brücke bietet ein, natürlich auch kräftig vermarktetes, Naturschauspiel. Anstatt eine Tour zu buchen braucht man aber nur vor der Brücke anhalten, auf die Brücke gehen und die Show gratis zu genießen. Der Wasserfall ist nach abstellen des Fahrzeuges über einen Trail in ca. einer halben Stunde zu erreichen und bietet dort, die sich wohl verdiente Abkühlung.

17. Tag 01.10.07 Cartago
In Cartago sind wir unserer Tour etwas fremdgegangen um dort für die sich ebenfalls im Programm befindende Reitexpedition aktuelle Fotos zu machen und Absprachen zu treffen.

18.Tag 02.10.07 San Jose
Dieser Tag war auch schon der letzte Tag unserer Erkundung, an dem wir nach San Jose zurückgefahren sind, unseren 4x4 Geo Tracker abgaben und wieder angefangen haben unsere Ergebnisse zu überarbeiten. All die vielen Eindrücke und Erlebnisse der letzten Tage und Wochen wollten noch einmal rekapituliert und in die abschließende Tourplanung integriert werden. Viele Notizen mussten ausgewertet und mit den Eintragungen in der Karte und den unzähligen Wegepunkten im GPS abgeglichen werden.

Wir hoffen euch hat unser Reisebericht gefallen und wir konnten euch einige schöne Impressionen von Costa Rica, in dem der Ausdruck "Pura Vida" Programm ist. Auf diesem Wege möchten wir uns noch mal bei allen Hotels sowie bei allen Institutionen wie zum Nature Rover, EARTH, Geographisches Institut von San Jose und vielen anderen. Wir würden uns freuen euch bei der nächsten Tour begrüßen zu können.

Un cordial saludo
Timo + Karsten

Dschungelcamp - Expedition offroad

Expeditionsberatung:
Jerry Strasburger ist Reisebegleiter und wurde in Costa Rica geboren, wo er zweisprachig - auf Spanisch und Englisch - aufgewachsen ist. Dort studierte er Sprachpädagogik und arbeitete als Englischlehrer und Übersetzer. Nach dem Zusatzstudium in Touristik leitete er Gruppen von Costa Rica bis Kolumbien durch den Darien Gap. Dies ist ein 300 Kilometer langes Gebiet, das immer noch nicht vom Pan American Highway durchschnitten wird, weil die Landschaft einfach zu rauh und wild ist, und die sich bis jetzt auch nicht von den kühnsten Straßenbauingenieuren bezähmen ließ.

© Deutsches Expeditionscamp - expeditionen.de 2007/ 2008

Off Road Expedition - Warming Challenge Trophy 2007